WLAN

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Der eigene Sendemast in der Wohnung

Drahtlose Netzwerke gehören heute selbstverständlich zum Alltag. Ob zu Hause, im Büro, im Hotel oder im Café – fast überall kann man ohne Kabel auf das Internet zugreifen. Diese Technik wird als Wireless Lan (WLAN) bezeichnet. Sie ermöglicht einen komfortablen Zugang zum Netz, bringt aber aus elektrobiologischer Sicht auch Fragen nach möglichen gesundheitlichen Auswirkungen mit sich. Dieser Artikel erläutert, was WLAN technisch ist, welche Risiken diskutiert werden und welche Möglichkeiten zur Reduzierung der Strahlenbelastung bestehen.

Was ist WLAN?

WLAN ist die Abkürzung für Wireless Local Area Network, also ein drahtloses lokales Netzwerk. Über WLAN können Computer, Smartphones, Tablets oder Drucker miteinander und mit dem Internet kommunizieren – ganz ohne Netzwerkkabel. Das Signal wird meist von einem Router oder sogenannten Access Point ausgesendet.

Diese Geräte arbeiten mit hochfrequenten elektromagnetischen Wellen im Mikrowellenbereich. Häufig genutzte Frequenzen liegen bei etwa 2,4 GHz oder 5 GHz. Die Daten werden in kurzen Paketen übertragen, wobei die Signale in bestimmten Taktstrukturen gepulst sind.

Typischerweise befindet sich der WLAN-Sender im DSL- oder Kabelrouter, der in vielen Haushalten rund um die Uhr eingeschaltet ist. Das bedeutet: Selbst wenn gerade keine Daten übertragen werden, sendet der Router weiterhin Funkimpulse, um das Netzwerk verfügbar zu halten.

Aus elektrobiologischer Sicht entsteht dadurch eine dauerhafte Funkquelle im Wohnraum, ähnlich wie bei schnurlosen DECT-Telefonen, Babyfonen oder anderen drahtlosen Geräten. Neben dem Router senden auch die angeschlossenen Geräte – etwa Laptops oder Smartphones – sobald Datenverkehr stattfindet.

Ein weiterer Aspekt ist die zunehmende Verbreitung von WLAN in öffentlichen Bereichen. In vielen Städten gibt es Tausende sogenannter Hotspots: in Hotels, Bahnhöfen, Cafés, Schulen oder öffentlichen Plätzen. Dadurch sind Menschen heute häufig gleichzeitig mehreren Funkquellen ausgesetzt.

Welche Gefahren werden diskutiert?

Die gesundheitliche Bewertung elektromagnetischer Felder ist Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Forschung. Internationale Grenzwerte berücksichtigen vor allem thermische Effekte – also eine mögliche Erwärmung von Gewebe durch starke Strahlung.

Kritiker aus Umweltmedizin und Baubiologie weisen jedoch darauf hin, dass auch biologische Effekte unterhalb dieser Grenzwerte möglich sein könnten. Besonders diskutiert wird die Wirkung gepulster Signale, wie sie bei vielen Funktechnologien vorkommen.

In Studien und Erfahrungsberichten werden unter anderem folgende mögliche Beschwerden im Zusammenhang mit Funkbelastung diskutiert: Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, Nervosität und Reizbarkeit, Müdigkeit, Herz-Kreislauf-Beschwerden.

Ein weiterer häufig genannter Aspekt betrifft das Hormon Melatonin, das in der Zirbeldrüse gebildet wird und eine wichtige Rolle im Schlaf-Wach-Rhythmus spielt. Einige Forschungsarbeiten untersuchen, ob elektromagnetische Felder dessen Produktion beeinflussen können.

Die World Health Organization hat hochfrequente elektromagnetische Felder – zu denen auch WLAN gehört – im Jahr 2011 als „möglicherweise krebserregend für den Menschen“ (Gruppe 2B) eingestuft. Diese Kategorie bedeutet, dass Hinweise auf ein Risiko bestehen, die wissenschaftliche Datenlage jedoch noch nicht eindeutig ist.

Auch Behörden empfehlen daher Vorsorge. Das Bundesamt für Strahlenschutz rät, die persönliche Strahlenbelastung möglichst gering zu halten und – wenn möglich – kabelgebundene Lösungen zu bevorzugen.

Ein wichtiger Punkt ist außerdem die Dauerbelastung. Viele moderne Funktechnologien senden permanent oder in sehr kurzen Abständen Signale, selbst wenn sie gerade nicht aktiv genutzt werden. Dadurch kann eine kontinuierliche Hintergrundbelastung entstehen.

Welche Lösungen gibt es?

Wer die Funkbelastung im eigenen Umfeld reduzieren möchte, kann verschiedene Maßnahmen ergreifen. Dabei geht es nicht unbedingt darum, auf Internetzugang zu verzichten, sondern ihn bewusster zu gestalten.

Kabelverbindungen bevorzugen

Die einfachste Möglichkeit besteht darin, Computer oder Fernseher über ein LAN-Kabel mit dem Router zu verbinden. Diese Technik ist stabil, schnell und erzeugt keine Funkstrahlung.

WLAN nur bei Bedarf einschalten

Viele Router besitzen eine Taste oder eine Softwarefunktion, mit der sich das WLAN deaktivieren lässt. Besonders nachts kann ein zeitgesteuertes Abschalten sinnvoll sein.

Abstand halten

Wie bei vielen elektromagnetischen Feldern nimmt die Intensität mit zunehmender Entfernung deutlich ab. Der Router sollte daher möglichst nicht direkt neben Daueraufenthaltsplätzen wie Bett, Sofa oder Schreibtisch stehen.

Geringe Sendeleistung einstellen

Bei vielen Routern kann die Sendeleistung reduziert werden. Für kleinere Wohnungen reicht oft eine deutlich geringere Leistung aus, ohne dass die Verbindung schlechter wird.

WLAN-fähige Geräte deaktivieren

Auch Endgeräte senden Signale. Wer Notebook, Tablet oder Smartphone gerade nicht nutzt, kann den Flugmodus aktivieren oder die Funkfunktion ausschalten.

Router sinnvoll platzieren

Ein zentraler Standort im Flur oder in einem wenig genutzten Raum kann helfen, die Strahlenbelastung in Schlaf- und Kinderzimmern zu reduzieren.

Fazit

WLAN hat den Zugang zum Internet erheblich vereinfacht und ist aus dem modernen Alltag kaum noch wegzudenken. Gleichzeitig führt die drahtlose Technik dazu, dass in vielen Wohnungen rund um die Uhr elektromagnetische Funkfelder vorhanden sind.

Die wissenschaftliche Bewertung möglicher gesundheitlicher Auswirkungen ist noch nicht abgeschlossen. Deshalb empfehlen viele Fachleute einen vorsorgenden Umgang mit Funktechnologien.

Wer seine persönliche Belastung reduzieren möchte, kann relativ einfach handeln: kabelgebundene Netzwerke nutzen, Router nachts abschalten, Abstand zu Sendequellen halten und unnötige Funkverbindungen vermeiden. Auf diese Weise lässt sich der Komfort moderner Kommunikation mit einem bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit elektromagnetischen Feldern verbinden.


Über den Autor:

Mag. Wolfgang Strasser ist Lebensraumberater und -coach, Unternehmens- und Kommunalberater. Mit RAUMIMPULSE berät er Menschen bei der Gestaltung ihrer Lebensräume.

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