Metallfreie Schlaf- und Arbeitsplätze
Der Mensch lebt seit Jahrtausenden im Einfluss des natürlichen Erdmagnetfeldes. Dieses Feld umgibt unseren Planeten ständig und ist für viele biologische Prozesse von Bedeutung. Tiere nutzen es zur Orientierung und auch beim Menschen wurden winzige Magnetit-Kristalle im Körper nachgewiesen, die möglicherweise eine Rolle bei der Wahrnehmung von Magnetfeldern spielen.
Im Alltag wird das natürliche Magnetfeld jedoch häufig durch technische und bauliche Einflüsse verändert. Besonders im Schlafbereich kann es dadurch zu sogenannten magnetostatischen Störungen kommen. In der Baubiologie wird deshalb zunehmend darauf geachtet, wie sich Metallstrukturen oder magnetisierte Materialien auf das Erdmagnetfeld und damit auf den menschlichen Organismus auswirken können.
Was ist Magnetostatik?
Magnetostatik bezeichnet den Bereich der Physik, der sich mit statischen, also zeitlich konstanten Magnetfeldern beschäftigt. Das wichtigste natürliche Beispiel ist das Erdmagnetfeld, das durch geophysikalische Prozesse im Inneren der Erde entsteht.
Dieses Feld ist relativ gleichmäßig und hat über lange Zeiträume hinweg nur geringe lokale Veränderungen. Seine Stärke liegt je nach geografischer Lage etwa zwischen 25 und 65 Mikrotesla. Da Menschen und Tiere seit evolutionären Zeiträumen in diesem Feld leben, gilt es als biologisch normaler Hintergrundfaktor.
In Innenräumen kann dieses ursprünglich relativ homogene Feld jedoch verändert werden. Der Grund dafür sind magnetisierbare Materialien, insbesondere Eisen und Stahl. Dazu gehören beispielsweise Metallbetten und Metallrahmen, Federkernmatratzen, Baustahl in Decken und Wänden, Heizkörper und Rohrleitungen, Metallregale und Türzargen oder auch größere Metallgegenstände im Raum.
Solche Materialien können das Erdmagnetfeld verzerren. Statt eines gleichmäßigen Feldes entstehen lokal unterschiedlich starke Feldbereiche. Diese Veränderungen lassen sich bei baubiologischen Messungen nachweisen.
Welche Gefahren werden diskutiert?
Das natürliche Erdmagnetfeld selbst gilt in der Regel nicht als gesundheitliches Problem. Aus elektrobiologischer Sicht werden jedoch starke lokale Verzerrungen dieses Feldes diskutiert.
Wenn ein Mensch längere Zeit – beispielsweise während der Nacht – in einem solchen inhomogenen Magnetfeld liegt, kann es zu kleinen Potentialunterschieden im Körper kommen. Der menschliche Organismus enthält zahlreiche geladene Teilchen und elektrisch leitfähige Flüssigkeiten. In einem verzerrten Magnetfeld können sich daher Ausgleichsbewegungen von Ladungsträgern einstellen.
Diese Prozesse sind physikalisch sehr klein, werden jedoch von einigen Forschern und Baubiologen als mögliche Belastung betrachtet. Der Körper könnte darauf mit Regulations- und Anpassungsreaktionen reagieren.
In der Diskussion werden unter anderem folgende mögliche Effekte genannt: Beeinflussung elektrischer Signalprozesse im Nervensystem, Störungen von Schlaf und Regeneration, zusätzliche Belastung der körpereigenen Regulationsmechanismen.
Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Metallstrukturen können nicht nur das Magnetfeld verändern, sondern auch als Antennen für elektromagnetische Felder wirken. Besonders Federkernmatratzen oder Metallrahmen können daher zusätzlich hochfrequente Felder aus der Umgebung aufnehmen und weiterleiten.
In der Baubiologie wird deshalb empfohlen, den Schlafbereich möglichst frei von größeren Metallstrukturen zu halten. Gerade weil der Mensch während des Schlafs viele Stunden in derselben Position verbringt, können dauerhafte Einflüsse hier stärker wirken als im übrigen Wohnbereich.
Welche Lösungen gibt es?
Aus baubiologischer Sicht lassen sich magnetostatische Störungen im Schlafzimmer relativ einfach reduzieren. Ziel ist es, das natürliche Erdmagnetfeld möglichst unverfälscht wirken zu lassen.
Metallfreies Bett bevorzugen
Ein Bett aus Holz mit metallfreien Verbindungen gilt als besonders günstig. Auch Lattenroste ohne Metallteile können sinnvoll sein.
Federkernmatratzen vermeiden
Matratzen mit Stahlfedern können das Magnetfeld verzerren und zusätzlich als Antenne wirken. Alternativen sind beispielsweise Federn aus nichtmagnetischen Materialien, Naturlatexmatratzen, Kaltschaummatratzen oder Matratzen aus Naturmaterialien.
Metall im unmittelbaren Schlafbereich reduzieren
Große Metallgegenstände sollten möglichst nicht direkt neben dem Bett stehen. Dazu zählen etwa Metallregale oder große Heizkörper in unmittelbarer Nähe des Kopfbereichs.
Stauraum unter dem Bett vermeiden
Der Bereich unter dem Bett wird häufig als Ablagefläche genutzt. Werkzeugkoffer, Metallkisten oder andere schwere Gegenstände können jedoch das Magnetfeld ebenfalls beeinflussen.
Schlafplatzmessungen durchführen
Magnetfeldverzerrungen können Sie selber sehr leicht mit einem Kompass nachweisen. Vergleichen Sie den zu untersuchenden Innenraum mit dem Außenraum. Kompassnadelabweichungen ab 2° sind schwach auffällig, ab 20° extrem auffällig. Genauere Untersuchungen erfolgen mit Magnetfeldmessgeräten.
Fazit
Magnetostatik beschäftigt sich mit statischen Magnetfeldern – insbesondere mit dem natürlichen Erdmagnetfeld. Dieses Feld gehört zur natürlichen Umwelt des Menschen und stellt grundsätzlich keine Belastung dar.
Problematisch können jedoch technisch oder baulich verursachte Verzerrungen des Erdmagnetfeldes sein. Metallstrukturen im Schlafbereich können lokale inhomogene Magnetfelder erzeugen, die aus elektrobiologischer Sicht als potenzielle Belastung diskutiert werden.
Ein möglichst metallfreier Schlafplatz kann dazu beitragen, solche Einflüsse zu minimieren. Holzbetten, metallfreie Matratzen und ein reduzierter Einsatz von Metall im unmittelbaren Umfeld des Bettes unterstützen ein möglichst natürliches Magnetfeld im Schlafbereich.
Auch wenn viele Zusammenhänge wissenschaftlich noch weiter erforscht werden müssen, zeigt die Erfahrung aus der Baubiologie: Ein ruhiger, technisch möglichst unbelasteter Schlafplatz ist eine wichtige Grundlage für erholsamen Schlaf und langfristige Gesundheit.
Über den Autor:
Mag. Wolfgang Strasser ist Lebensraumberater und -coach, Unternehmens- und Kommunalberater. Mit RAUMIMPULSE berät er Menschen bei der Gestaltung ihrer Lebensräume.
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