invisible electromagnetic pollution
Elektrosmog ist ein Sammelbegriff für alle künstlichen elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Felder, die unseren Alltag durchdringen – zu Hause, am Arbeitsplatz und in der Umgebung. Diese Felder können gesundheitlich belastend wirken, besonders bei langfristiger Exposition in Schlaf- und Ruhebereichen. Elektrosmog entsteht aus verschiedenen Quellen, die sich in fünf Hauptgruppen gliedern lassen: niederfrequente elektrische und magnetische Wechselfelder, hochfrequente elektromagnetische Felder (EMF) sowie elektrische und magnetische Gleichfelder.
Elektrische Wechselfelder – Stress durch Spannung
Elektrische Wechselfelder entstehen überall dort, wo Wechselspannung anliegt – in Steckdosen, Kabeln, Geräten, Lichtschaltern oder Installationen in Wänden und Böden. Selbst wenn Geräte ausgeschaltet sind, bleiben diese Felder bestehen. Der menschliche Körper koppelt an die Felder an und steht so gewissermaßen unter Spannung.
Biologisch wirken sie vor allem durch die Induktion kleiner Wirbelströme in den Zellen. Betroffene berichten von Schlafstörungen, Verspannungen, Reizbarkeit und Erschöpfung. Besonders kritisch ist die 50-Hertz-Frequenz des Stromnetzes, da sie den bioelektrischen Funktionen des Körpers nahekommt und diese stören kann. Offizielle Grenzwerte beziehen sich nur auf akute Kurzzeitwirkungen, nicht auf langfristige biologische Effekte. Baubiologische Richtwerte empfehlen daher deutlich niedrigere Werte in Ruhebereichen.
Magnetische Wechselfelder – unter Strom stehen
Magnetische Wechselfelder entstehen immer dann, wenn Strom fließt, zum Beispiel durch Elektrogeräte, Motoren, Transformatoren oder Hochspannungsleitungen. Sie durchdringen den menschlichen Körper ungehindert und induzieren unnatürliche Spannungen sowie Wirbelströme.
Langzeitwirkungen können Schlafstörungen, Herzrhythmusveränderungen, Immunschwäche, hormonelle Störungen, Migräne, Hyperaktivität oder Gedächtnisprobleme sein. Kinder in der Nähe von Hochspannungsleitungen zeigen nach Studien ein erhöhtes Leukämierisiko. In Innenräumen entstehen starke magnetische Felder oft durch Defekte, schlecht abgeschirmte Kabel, Ausgleichsströme oder unscheinbare Geräte wie Ladegeräte, Dimmer, Babyphone oder alte Transformatoren. Abschirmung ist schwierig, Abstand halten ist die effektivste Maßnahme.
Elektrische Gleichfelder – Elektrostatik
Elektrische Gleichfelder entstehen durch ruhende elektrische Ladungen auf synthetischen Oberflächen wie Teppichen, Gardinen, Möbelbeschichtungen, Bildschirmen oder Kleidung. Die Luft wird luftelektrisch geladen, Staubpartikel haften stärker, negative Ionen werden reduziert.
Für den Menschen bedeutet das: Aufladung, unbewusste Entladung in Form kleiner Blitze und elektrische Spannungszustände im Körper. Besonders in trockener Luft – wie in beheizten Wohnungen im Winter – können Spannungen mehrere tausend Volt erreichen. Kinderkuscheltiere aus Synthetik oder synthetische Bettwäsche verstärken diese Effekte. Kurzfristige Folgen sind Unruhe, Schlafstörungen, gereizte Schleimhäute, langfristig kann der Stress die Abwehrkräfte belasten.
Praktisches Beispiel: Kinder finden es oft spannend, in Dunkelheit kleine Blitze beim Reiben von Fleece-Decken zu erzeugen – ein lustiges Spiel, das gleichzeitig die Wirkung der Elektrostatik verdeutlicht.
Magnetische Gleichfelder – Magnetostatik
Magnetische Gleichfelder entstehen durch magnetisierte Metalle wie Stahl in Betten, Federkernmatratzen, Stahlträgern oder Gleichstromleitungen. Sie überlagern das natürliche Erdmagnetfeld und können bioelektrische Vorgänge stören.
Feldstärken von Stahl im Bett oder in Möbeln reichen aus, um die Orientierung des Körpers im Erdmagnetfeld zu irritieren und Spannungen in den Zellen auszulösen. Schutzmaßnahmen: Abstand zu magnetisierten Metallteilen, metallfreie Betten, keine Federkernmatratzen, Vermeidung von magnetisierten Alltagsgegenständen wie Uhren oder Brillen.
Hochfrequente elektromagnetische Felder (EMF-Felder)
Hochfrequente EMF-Felder entstehen durch Mobilfunk, WLAN, DECT-Telefone, Babyfone, Bluetooth, Rundfunk, Radar oder Satellitenkommunikation. Sie übertragen Energie in Form elektromagnetischer Wellen und können bei Langzeitbelastung auf Schlaf, Hormonhaushalt, Herzfrequenzvariabilität und Stresslevel wirken.
Feldstärken werden in ?W/m² gemessen. Auch wenn einzelne Geräte schwach erscheinen, summieren sich die Felder durch zahlreiche Quellen in modernen Wohnungen und Büros zu einer chronischen Belastung.
6. Geologische Störungen und natürliche Strahlung
Neben künstlichen Feldern existieren natürliche Strahlungen: das Erdmagnetfeld, radioaktive Bodenausstrahlung und Wasseradern. Geologische Störungen verzerren lokale Magnetfelder oder erhöhen die natürliche Radioaktivität, was bei langfristiger Exposition – besonders im Schlafbereich – biologisch wirksam sein kann.
Baubiologen messen diese Einflüsse mit Magnetometern und Szintillationszählern und empfehlen vorsorglich neutrale Schlafplätze und Abstände zu bekannten Störzonen.
Lösungen – wie kann man Elektrosmog reduzieren?
- Abstand halten: Mindestens 1,5 Meter zu aktiven Stromquellen im Schlafzimmer. Geräte wie Radiowecker, Lampen mit Trafos oder Ladegeräte vermeiden.
- Metallfreie Möbel: Metallgestelle, Federkernmatratzen und magnetisierte Gegenstände im Bett meiden.
- Naturmaterialien: Holz, Baumwolle, Schurwolle, Kork oder Stein reduzieren Elektrostatik und EMF-Ankopplung.
- Luftfeuchtigkeit erhöhen: Mindestens 45–50?% relative Luftfeuchte, um Elektrostatik zu verringern.
- Hochfrequente Felder minimieren: WLAN nachts ausschalten, Mobiltelefone aus dem Schlafzimmer verbannen.
- Geologische Störungen beachten: Bei Grundstückskauf geologische Messungen durchführen, neutral gelegene Schlafbereiche wählen.
Fazit
Elektrosmog ist ein komplexes Phänomen, das aus elektrischen, magnetischen und hochfrequenten Feldern besteht. Kurzfristig führt er zu Stress, Schlafstörungen und Unruhe, langfristig können chronische Erkrankungen oder bioelektrische Störungen auftreten. Baubiologische Maßnahmen wie Abstand, metallfreie Möbel, Naturmaterialien, Luftfeuchtigkeit und die Reduzierung von Hochfrequenzquellen können die Belastung wirksam senken. Bewusstes Handeln, Messung und Prävention sind der Schlüssel zu einem gesunden Wohn- und Schlafumfeld.
Empfehlungen:
Baubiologisches Institut Österreich, www.baubiologie.or.at
Institut für Baubiologie und Nachhaltigkeit, www.baubiologie.de
Verbraucherorganisation Diagnose Funk, www.diagnose-funk.org
Über den Autor:
Mag. Wolfgang Strasser ist Lebensraumberater und -coach, Unternehmens- und Kommunalberater. Mit RAUMIMPULSE berät er Menschen bei der Gestaltung ihrer Lebensräume.
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